Landespost in Belgien

 

Am 1.Okt. 1914 nahm die deutsche Postverwaltung in Belgien ihre Arbeit auf. Der Aufbau des Landespostdienstes dauerte mehrere Monate und war etwa Anfang Mai 1915 vollendet.

Das Generalgouvernement Belgien erstreckte sich auf die Provinzen Antwerpen, Brabant, Hennegau (am 1.10.1916 kam der südliche Teil zum Etappengebiet), Limburg, Lüttich, Luxemburg (am 15.3.1917 kam der südliche Teil zum Etappengebiet) und Namur. Die französischen Landesteile von Givet und Fumay wurden vom 1.Mai 1915 bis Anfang 1918 einbezogen, kurzzeitig auch das Gebiet von Maubeuge und Umgebung (1.Juni - 5.Okt. 1915)

Belgien und seine neun Provinzen

 

Der Postverkehr innerhalb des Generalgouvernements und mit Deutschland umfaßte anfänglich nur gewöhnliche und eingeschriebene Briefe, Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere. Nach und nach wurde der Postverkehr auf das westliche Etappengebiet sowie die Gebiete der Verbündeten Österreich-Ungarn, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien und der Türkei ausgeweitet. Auch ein Postverkehr mit neutralen Ländern (Dänemark, Norwegen, Schweden, Luxemburg, den Niederlanden und Niederländisch - Indien, Schweiz und Spanien) war für bestimmte Postorte zugelassen.

Zur Überwachung des Postverkehrs wurden Postüberwachungsstellen eingerichtet.

Postwertzeichen: Belgien I (MiNr. 1 bis 9) und Belgien II (MiNr. 10 bis 25) Ganzsachen: P 1 – P 15 und K 1.

Bis zum 14.12.1916 galten diese Postwertzeichen und Ganzsachen auch im Etappen–gebiet und Operationsgebiet der Vierten Armee. Postwertzeichen des Deutschen Reiches (Germania – Marken ohne Aufdruck) waren für gebührenpflichtige Sendungen deutscher Zivil- und Militärbehörden und ihrer Angehörigen gedacht. Bayerische Postwertzeichen waren gleichberechtigt.

Im Rundbrief 18 unserer Arbeitsgemeinschaft stellte Gerhard Ludwig in seinem Beitrag „Belgien und seine neun Provinzen“ anhand von zeitgenössischen Firmenwerbekarten die Provinzen des Generalgouvernements und des westlichen Etappengebietes anschaulich dar.